Vorschule

Viele Eltern, deren Kinder sich nun im letzten Kita-Jahr befinden und somit schon zu den „Großen“ gehören fragen immer wieder nach der Vorschularbeit in der Kita.
Dies haben wir zum Anlass genommen Ihnen einen kleinen Einblick in die Vorschularbeit zu geben.

Malte Mienert, Professor der Psychologie und Experte für frühkindliche Entwicklung aus Berlin, sagt: „Die gesamte Kitazeit ist Vorschule. Dazu gehört alles, was Kinder auf den nächsten Lebensabschnitt vorbereitet.“
An der Aussage wird deutlich, dass das letzte Jahr im Kindergarten nicht im Wesentlichen die Schulfähigkeit Ihres Kindes beeinflusst. Ganz im Gegenteil. Alles, was ein Kind an Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Bewältigung des großen Abenteuers „Schule“ benötigt, lernt es von Geburt an.
Jutta Sauerborn sagte mir einmal in einem Gespräch zum Thema Schule, dass es nicht darauf ankommt Kinder an die Strukturen des Schulsystems anzupassen und sie ständig dazu zu ermahnen ihre Hausaufgaben zu machen. Ganz im Gegenteil. Durch diese Aussage geraten Kinder in einen Konflikt. Denn das Elternhaus sollte dem Kind Geborgenheit geben sowie Liebe und Verständnis.
Kinder lernen den Unterrichtsstoff in der Schule also viel besser, wenn Eltern die Beziehungsqualität zu Ihren Kindern stärken.

Da bedeutet, einfach mal „fünfe grade sein zu lassen“ und den Fokus weg von der Schule, hin zum Beziehungsfaktor Familie zu lenken. Die Füße baumeln zu lassen und die Welt durch Erlebnisse wie Abenteuer „Spielplatzbesuch“ oder „Spaziergang im Wald“, ein Ausflug in den Tierpark o.ä. zu erkunden ist ein guter Stressabbau und gleicht den Energiehaushalt des Kindes und der Eltern wieder aus! Danach können Kinder sich viel besser auf die zu lösenden Aufgaben konzentrieren.
Und mal ganz ehrlich: Wir haben als Kinder in der Schule doch auch nicht alles richtig gemacht, oder?!

In der Kindertagesstätte bedeutet Vorschularbeit eben genau das, was das Wort an sich schon aussagt: „Vor-Schule“ also die ganze Zeit vor der Schule!

„Eltern haben oft das Gefühl, sie müssten ihre Kinder auf das, was kommt, vorbereiten“, sagt Renate Zimmer, Direktorin des niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung. „Dabei ist Spielen die beste Basis für eine gute weitere Entwicklung der Kinder.“ Es gebe ganz klar die Tendenz, immer nur auf die nächste Institution zu schielen, die der Nachwuchs demnächst besuchen wird. Im Kindergarten wird über die Schule nachgedacht, zum Ende der Grundschule an die nächste weiterführende Einrichtung, zum Abschluss der Schulzeit dann an Universität oder Ausbildung.

Martin Textor bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Das Wachstum der Stirnlappen (Gehirnregion für das Denken, Planen, Urteilsvermögen, Aufmerksamkeit) erreicht seine höchste Dichte der Synapsen zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr.“

Sie merken also schon, das letzte Jahr ist gar nicht so entscheidend wie man sich selbst suggeriert.

Unsere Pädagogen leisten vom ersten Tag des Besuchs der Kindertagesstätte bis zum Verlassen dieser in die Schule eine Vielzahl von Förderungen. Sie begleiten die Kinder beim Bewältigen enormer Herausforderungen, stehen Ihnen zur Seite bei freudigen Ereignissen und spenden Trost bei Schmerz und Trauer.

Vertrauen Sie den Fachkräften der Kindertagesstätte und vor allem ihrem Kind – Es wird die nächste Entwicklungsstufe und die damit verbundenen Herausforderungen bewältigen und auch in der Schule wird es dabei Unterstützung erfahren durch Sie, Klassenkameraden, Lehrer und last but not least den ErzieherInnen.

 

Quellen:

Welt.de
Baby-und-Familie.de
Martin Textor: „Bildung im Kindergarten“

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